Vorsicht! Freilaufende Mütter!

Moah. Ich liebe die Vorweihnachtszeit – Nicht.

Früher als Single oder nur mit Partner saß man in Jogginghose und mit nem Sechserträger Dosenpils die Vorweihnachtszeit trash-schauend vor RTL2 ab, bis man von Muddi zum Essen gerufen wurde.

Nun bin ich schon eine ganze Zeit selber Mutter und es läuft anders. Wer glaubt, mit Kindern verbringt man heutzutage eine launige und besinnliche Vorweihnachtszeit, der irrt in den meisten Fällen.

Bereits ab Mitte November drehen mein Kinder völlig durch, angeheizt durch das wuschig-machen von hormonell ungleichgewichtigen Erzieherinnen, Praktikantinnen oder weltfremden und überwiegend kinderlosen Lehrerinnen. Zu allem Überfluss werden die Kinder nun allerorten mit Süßigkeiten vollgestopft, so dass die morgens um 6 Uhr liebevoll geschälte Gurke und der entkernte Apfel täglich unangetastet in der Brotdose zurückkommt. Ein Kampf gegen Windmühlen.

Ab jetzt fische ich täglich einen Haufen Zettel aus der Postmappe meiner Kinder. Nein, es sind keine lieben Weihnachtsgrüße oder gar eine mehr als fällige Flasche Ouzo als Trost für all die unsachlichen Einträge im Hausaufgabenheft, die ich für das total indiskutable Verhalten meiner Kinder einkassiert habe. Natürlich stets mit einem theatralischen Seitenhieb nach dem Motto: „Das ist wirklich schade“, „es lief mal besser“ oder „es ist wieder schlimmer geworden“.  Ich unterschreibe müde.

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Nein, es handelt sich um Zettel für die kommenden Aktivitäten. Etwa 80 Stück pro Woche.

Da wäre zum Beispiel:

  • Plätzchen backen (Bitte kreuzen Sie an: ich kann helfen / ich gebe meinem Kind Teig mit, außerdem brauchen Ihre Kinder Ausstechformen, Teigrolle, Verzierung aller Art)
  • Weihnachtsmärchen (bitte geben Sie ihrem Kind 8.- Euro im Umschlag mit)
  • Backen auf dem Weihnachts-Schiff (bitte geben Sie ihrem Kind 12 Euro im Umschlag mit. An diesem Tag nur Rucksack, Brotdose, Federtasche, ein paar rote Socken und einen weißgraukarierten Schal aus reiner Kaschmirwolle mitgeben)
  • Besuch bei der Feuerwehr (bitte geben Sie ihrem Kind 5.- Euro im Umschlag mit. An diesem Tag braucht ihr Kind nur Rucksack, Federtasche, Brotdose und das verkackte Tagebuch).
  • Besuch bei Bäcker Meier (Bitte geben Sie ihrem Kind 5.- Euro im Umschlag mir, an diesem Tag sollen die Kinder erst um 8:30 Uhr in die Schule kommen, außerdem nur mit blauen Fahrrädern, und unbedingt einer gelben Brotdose, sonst kann ihr Kind leider nicht teilnehmen. Außerdem bekommt jedes Kind ein ganzes Brot mit nach Hause, was sie bereits auf der Bahnfahrt zurück komplett und ungebremst auffressen, weil es mich als Lehrerin einen Scheißdreck interessiert, dass ihr Kind Ihnen gleich auf die Matte kotzt – ist ja nicht meine, hihihi – „Schade, lief schon mal besser“)
  • Wir richten eine Matheolympiade aus. (Bitte kreuzen Sie an: Ich bringe mehrere Thermoskannen Kaffee mit, ich bringe ein Spanferkel mit Grill und Koch mit, ich bringe eine Trilogie aus Schwarzwälder, Marzipan und Hochzeitstorte mit.)

Bin ich Deichmann?

Während man also zu Hause sitzt und sich die Nägel lackiert, wartet man auf Aufträge der werten Lehrerschaft. Aber war da nicht noch was? Achja, ich hab ja noch nen Job. Ich muss waschen, putzen, den Garten machen, den – selbstredend selbstgemachten Adventskalender – fertigmachen. Ups, bald ist Nikolaus. Die Weihnachtsfeier der Firma, das Wichteln vom Sportverein und Weihnachten, da ist doch noch Weihnachten. Schnell Geschenke besorgen.

Zum Glück muss man mit seinen Kindern nicht noch ins Weihnachtsmärchen – die glanzvollen Höhepunkte, die man mit Kindern erleben könnte, werden ja schon von der Schule oder Hort übernommen. Man mimt den Handlanger der Schule und geht selber leer aus. „Schade, lief schon mal besser“

In diesem Modus öffne ich meiner Nachbarin die Tür: „Stell dir vor“ sagt sie, „da kommen die am Mittwoch und brauchen für Freitag einen Schuhkarton – bin ich Deichmann?“

Nein, liebe Lehrer und Erzieher – wir sind nicht Deichmann. Und kein Bäckereifachgeschäft. Kein Bastelladen. Kein Schul-Dienstleistungsunternehmen.

Bitte: lasst uns Mütter atmen. Lasst uns die Möglichkeit, einen klaren Gedanken zu fassen und nicht nur fremdbestimme Lemminge für Schule und Hort zu sein. Bitte lasst uns doch die Chance, mal Muße zu tun. Reicht  nicht Weihnachtsmärchen ODER Weihnachtsbacken ODER Weihnachtsbasteln? Muss man nonstop-Bespaßung der Kinder auf dem Rücken der völlig endfertigen Mütter machen? Der Preis ist mir zu hoch.

Das Ende der Vorweihnachtszeit

Das ganze Dilemma endet am letzten Schultag. Die Kinder aller Klassen singen in der Aula. Die Eltern sind herzlich eingeladen. Das sieht dann in etwa so aus: In einem viel zu engen Raum drängeln sich mit herausgestreckten Ellenbogen die überambitionierten Hochbegabten-Einzelkind-Mütter (Geschätzte Hochbegabung der Kinder: um 102% an jeder Schule). Die Luft ist östrogengeschwängert und so dick, dass man sie schneiden kann. Handys werden gezückt, Kameras mit und ohne Stativ. Schließlich muss man die musischen Erfolge der verzogenen Rotznasen  süßen Schnuckelchen für die Omma festhalten, falls sie nicht höchstselbst unter einem schwitzenden Landfrauen-Arm mitgeschleift wird und einen der wenigen Stehplätze belegt. Mindestens drei gezückte Handys und ein weiteres Kamerateam landen ohne Rücksicht auf Verluste direkt vor meiner Nase. Ich kann nicht atmen. Ich kann nichts sehen. Ich falle in Ohnmacht. Nein, Spaß, ich gehe da einfach nicht mehr hin und erkläre meinen Kindern folgendes:

„Die Mütter drehen da durch, es ist zu voll, ich kann euch nicht sehen. Aber ich bin mit dem Herzen bei euch – und im Gedanken – und ihr seid genau SO gut, wie ihr seid – ich hab euch lieb“

 Wir müssen uns abgrenzen

Ich habe den Matheolympiade-Zettel zerissen und weggeschmissen. Ich möchte nichts ausrichten. Ich habe kein Zeit. Ist mir egal, was sie von mir denken. Ich möchte den Zirkus einfach nicht mehr mit machen. „Schade, lief schon mal besser“.

Fazit:

Mütter sind dieser Tage vielleicht angespannt. Seid mal nett zu ihnen, geht hin und trinkt einen Kaffee. Holt sie für einen Moment aus ihrem Hamsterrad. Steichelt ihr mal über den Kopf und versucht sie zu verstehen. Hey. Lehrer da draußen: lasst euch nicht von einigen verschissenen Helikopter-Eltern unter Druck setzen. Schaltet verdammt nochmal einen Gang runter. Macht mal alles in Ruhe und macht vor allem weniger, aber bessere Sachen. Wie wäre es mal mit einem richtig schönen Wandertag? Natur pur und Erdung – Ruhe und Licht – DAS ist das, was ihr braucht!

Wie empfindet ihr die Vorweihnachtszeit? Seit ihr gechillt oder seid ihr gestresst?

 

 

 

 

43 thoughts on “Vorsicht! Freilaufende Mütter!

  1. Hallo Caren ,

    normalerweise lese ich immer nur die Beauty/Boxensachen bei Dir, bin also in den Artikel“reingestolpert“…
    habe soooo herzlich lachen müssen!!! Danke für Deine immer so ehrlichen Artikel!!!
    Wir wohnen zwar inFrankreich, aber hier gehts genauso ab!! Beim Grossen habe ich immer noch fleissig gespendet und Kuchen mitgeschickt (schlechtes Gewissen: „wie _ Sie nehmen nicht jede Woche Urlaub, um Ihr Kind zum xyz Ausflug zubegleiten oder dies und jenes zu helfen etc etc???“ Inzwischen beim zweiten habe ich mehr Mut zur Lücke und kreuze auch öfter NEIN an!!!!
    Du hast ja sooooo Recht. Hihi ich kannte den Begriff „Helikoptereltern“ noch gar nicht, aber das triffts voll. Solche gibts wohl überall, langweilen sich zuhause und denken alle anderen haben genauso viel Zeit wie sie – neee es gibt auch „böse“ Mütter die einen Job haben und denen es zuwider ist, irgendwelche Staubfänger zu basteln…..

    Herzliche Grüsse aus Frankreich
    Tanja

    1. Vielen lieben Dank Tanja – es freut mich sehr, dass du kommentierst! Ich hätte gedacht, dass es im – dem Ruf nach zufolge-kinderfreundlichem Frankreich irgendwie entspannter zugeht. Wird ein „NEIN“ denn dort noch harter geahndet als hier in Deutschland? Liebe Grüße Caren

  2. Wenn man mehrere Kinder in mehreren Einrichtungen hat, reichen mitunter nichtmal mehr 3 Großelternpaare um alle Oma-Opa-Bastelnachmittage abzudecken. Dazu kommt zweimal Töpfen (Weihnachtsgeschenke) letzte Woche pro Kind, weil Schule UND Hort sich nicht abgesprochen hatten… und dann mussten wir Muddies ja noch Kuchen backen: am Freitag für das Adventsfest in der Schule und am Sonntag gleich nochmal, für den Oma-und-Opa-Bastelnachmittag. Schön, eigentlich wollte ich Plätzchen backen MIT meinen Kindern. Das habe ich nun noch nicht geschafft… aber weißt du was, es gibt echt schlimmeres! Stellt euch mal vor, es wäre überhaupt nichts los (das gibts nämlich auch in einer anderen Kita), also so null komma nichts… nein, das ist auch keine Lösung! In diesem Sinne: eine ruhige Adventszeit euch allen.

  3. Huhu,

    das hast du sehr schön und treffend geschrieben. Ich konnte mir ein schmunzeln während dem Lesen nicht verkneifen und fühle mit dir! Jeder will den anderen nur noch übertreffen und was noch tolleres machen….ohne Rücksicht auf Verluste….aber das Wichtige bleibt auf der Strecke! Auf schöne, ruhige und besinnliche Weihnachten 🙂

    Liebe Grüße Tanja

  4. Hallo Caren,

    ich bin eine deiner „stillen Leserinnen“ und – auch wenn ich bislang nicht in den elitären Kreis der Mütter aufgestiegen bin – musste ich doch bei jedem Wort deines Posts nicken und (teils grimmig) lächeln…
    Ich komme aus einer (seeeeeehr großen) Lehrerfamilie und bekomme seit Jahren live mit, wie sehr sich das ganze Erziehungs-/Lehrer-/Schuldings verändert hat.
    Ich weiß nicht, woher es kommt – aber ich bin voll und ganz deiner Meinung!
    Ein gewisses Maß an Veranstaltungen und Terminen außerhalb der Schule / Kindergarten finde ich vollkommen ok – aber hey – das sind Kinder und die sollen doch bitte unbeschwert und „terminfrei“ ihre Kindheit genießen dürfen (so wie wir damals, im letzten Jahrtausend 😉 )!
    Und die sogenannten Helikopter-Eltern machen die Sache nun auch wirklich nicht leichter…
    Ob du es glaubst oder nicht – meine Schwägerin (Gymnasial-Lehrerin für Englisch und Französisch) musste sich in der Vergangenheit tatsächlich mit dem zweiten Bürgermeister unserer Stadt auseinandersetzen, da dieser von ihr unverhohlen forderte, seinen Sohn besser zu beurteilen (trotz fehlender Leistungen). Er sei ja schließlich der Sohn des 2.ten Bürgermeisters und müsse daher ja auch entsprechend gut sein.
    Zum Glück ist meine Schwägerin nicht eingeknickt (da der Sohn offensichtlich einfach nicht für eine akademische, wohl aber handwerkliche, Laufbahn geeignet ist) – und musste sich dadurch tatsächlich mit dem Anwalt des o.a. 2.ten Bürgermeisters auseinandersetzen!
    Ebenfalls zum Glück ist der Direktor ihrer Schule auch keiner, der sich von irgendwelchen Titeln und gesellschaftlichen Stellungen beeinflussen lässt und hat mit ihr zusammen diese unsägliche Situation ausgesessen.
    Wie gesagt, auch wenn ich selbst noch keine Mutter bin, stehe ich voll und ganz hinter allen, die ihre Kinder Kinder sein lassen und sich nicht von den „Richtlinien“ unserer heutigen Gesellschaft beeinflussen lassen.
    Also, weiter so, relaxed bleiben und einfach noch ’nen Ouzo trinken!
    😉

    1. Herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und dass du uns einen Einblick gegeben hast. Ich finde es bewundernswert und richtig, dass deine Schwägerin und der Direktor standhaft geblieben sind. Nicht auszudenken, was sowas an Nachahmer auf den Plan rufen könnte. Aus meiner Sicht ist dieser Aktionismus getrieben von den überambitionierten Eltern, derer es mittlweile einfach viel zu viele gibt. Daneben leiden ebendiese Eltern vor allem an einem: der mangelnden Selbstreflektion. Sie halten sich nämlich – Chapeau – für völlig normal!Ich habe schon mit solchen Eltern geredet und dachte, die wollen mich auf den Arm nehmen, aber das ist deren völliger Ernst. Liebe Grüße Caren

  5. Liebe Caren,
    Du musst nur noch ein bisschen durchhalten. Diese Phase hat ein Ende, wenn Deine Kinder auf eine weiterführende Schule kommen. Dann löst sich der Spuk von selber auf. Das mag Dir in der aktuellen Situation nicht helfen, aber ein Ende ist in Sicht. Bis dahin einfach auch mal (selbst bei selbstbewusst und penetrant auftretenden Müttern) Nein sagen, wenn es Deinen Kindern nicht schadet.
    Liebe Grüße

  6. Ach herje!!! Deine Art das zu schildern hat mich mal wieder grinsen lassen, aber Fazit ist ja ein ganz anderes: Schrecklich!!! was man Kindern und Eltern damit antut. Besinnlich ist wirklich etwas anderes :(.
    Liebe Grüße zum Wochenende!

  7. Darf ich mal aus der pädagogischen Perspektive beisteuern, dass ich mich dieses Jahr geweigert habe, Bastelnachmittage für schuleigene Weihnachtsmärkte zu veranstalten.
    Dafür müsste ich erstens Geld für Bastelmaterialien sammeln und dem wochenlang hinterherrennen, da immer die gleichen 30-50% nichts abgeben (nein, nicht diejenigen, die eh beim Geld knapsen müssen).
    Zweitens hätten wir dann unfassbar hässliche Dinge gebastelt, weil selbst das Binden eines Knotens ü10 SchülerInnen noch Schwierigkeiten bereitet, vom Ausschneiden auf einer Linie will ich mal garnicht erst anfangen. Dafür hätten wir uns erfahrungsgemäß mindestens drei Mal nachmittags treffen müssen und das in der Zeit des Jahres, in der schon seit Anno dazumal die meisten Klassenarbeiten des ersten Halbjahres geschrieben werden. Die Schüler bräuchten also Zeit zum Lernen und regenerieren und die Lehrer zum korrigieren und regenerieren.
    Drittens hätten diese unsagbar hässlichen Staubfänger dann von den Eltern gekauft werden müssen, denn was bei solchen Aktionen entsteht, kaufen wirklich nur liebende Eltern. Dabei hätten sie erneut Geld für das ausgegeben, für dessen Materialbeschaffung sie schon gezahlt haben. Also nein, da mache ich nicht mit. Meine Klasse fand das super, sie sahen das genauso. Aber was passiert dann? Es beschweren sich Mütter, das nichts gemacht wurde, SIE würden doch so gerne basteln!!! Und das ist nicht das erste Mal, dass es so ablief.
    Mütter/Väter, die auf das ganze Brimborium keine Lust haben, haben nämlich auch keine Lust, dies der Schule rückzumelden. Aber die anderen, die soooooooo gerne Basteln und garnicht wissen, was sie tun sollen, wenn sie nicht jede Pause in der Schule auf der Matte stehen können, um in den Pausen bei ihrem Kind zu sein (!) oder halt in der Schule gruselige Pappdeko zu basteln, die laufen sofort zur Schulleitung oder beschweren sich gleich ein paar Positionen höher, wenn kein Tamtam gemacht wurde.
    Ich vermute und hoffe, dass genervte Eltern wie du, Caren, in der Mehrzahl sind. Aber ihr sagt nichts. Und auch den meisten ErzieherInnen und (kinderlosen) LehrerInnen steigt so ein Programm über den Kopf und sie haben oft selber keine Lust dazu. Aber auch sie sagen nichts. Nachgegeben wird dann den (reichen und/oder aufgeblasenen und/oder verzogenen und/oder wichtigtuerischen und/oder hobbylosen) Schreihälsen…

    1. Vielen Dank für deinen lehrreichen Kommentar. Zwar weiß ich, dass dieser Aktionismus überwiegend auf dem Mist der Eltern gewachsen ist, allerdings habe ich mich bisher immer zurückgehalten, um nicht die Spaßbremse zu sein oder als sperrig gegenüber den Lehrern zu gelten. Du ermutigst mich aber, doch mal meine klare Meinung zu sagen, was ich zwar ab und an tue, aber ebenfalls befürchten muss, gleich die Hyänen von Eltern auf dem Hals zu haben. Du kennst das ja. Vielen Dank nochmal und ganz herzliche Grüße und eine entspannte Weihnachtszeit! Caren

  8. oh ja aus vollster seele super geschrieben sehr amüsant aber leider sooo wahr !!!! wir haben 5 und rotieren selbst zu zweit nur noch . zwei im kiga drei in der schule – nicht das weihnachten auch nicht schon so ins geld geht , nein dann müssen die auch noch ihr animationsprogramm fürs ganze jahr in 3 wochen durchziehen ect ect aber kopf hoch es geht weiter und wenn ich jedesmal einen trinken würde würde ich aus der alkoholvergiftung gar nicht mehr raus kommen

    1. Oha, ja, das glaube ich, dass ihr da ordentlich am rotieren seid. Respekt! Ich bin auch der Meinung, dass man die Aktivitäten lieber über das Jahr verteilen sollte…. danke für deine lieben Worte! Herzliche Grüße Caren

  9. Hey Caren! Das war mal wieder absolut nach meinem Geschmack-was hab ich gelacht und zustimmend genickt! Noch is meiner ja noch nicht soweit aber bald gehts los und ich kann mir denken was so alles auf uns zukommt! 😳 Werde mir dann Rat bei Dir holen wie ich dennoch irgendwie relaxxt bleibe……ja oder wir knallen uns einfach schön Einen! 🍾 Liebste Grüsse aus dem Auto neben schlafendem Kind ( Mütter haben keinen Hunger und müssen nicht auf Klo!)
    Nadine

    1. Haha Nadine, wir können uns doch einfach einen Ouzo pro ausgefüllten Zettel knallen? Da liegen wir die ganze Vorweihnachtszeit besoffen in der Ecke. Oder wir gehen einfach mal wieder Sushi zusammen essen. Liebe Grüße Caren

  10. Okay.
    Ich lese eigentlich gar keine Elternblogs.
    Aber wenn ich bei den ersten Sätzen schon so heftig lachen muss wie hier (obwohl du vollkommen Recht hast und das Thema wirklich ernst genommen gehört!), lese ich gerne gleich den ganzen Artikel – und es hat sich gelohnt. Herrlich!

    1. Danke für deine lieben Worte. Ich bin auch kein Elternblog. Hin und wieder kommt mal was offtopic! Herzliche Grüße Caren

  11. Hallo Caren,

    ich habe mich köstlichst amüsiert beim Lesen deines Beitrages und beim Sichten der Kommentare. Sehr erfrischend! 🙂
    Bei mir ist nun erst der Sohn im Kindergarten, die Tochter folgt in knapp 2 Jahren und ich sehe jetzt schon im Ansatz was du meinst, aber ich kann da auch sehr Konsequent im Ignorieren sein. Gerade eben erst kam wieder ein Zettel, dass den Erzieherinnen doch nicht mehr einzeln Geschenke überreicht werden sollen (bitte was? Geschenke, wieso? Ist das nicht deren Job?), sondern nun gesammelt wird für alle… sicherlich damit so manche Erzierhin eben auch mal ein Geschenk bekommt…. hust… naja… letzte Woche war der Sohn krank und dann hab ich diese Woche irgendwie den Abgabetermin verschlafen… nochmal hust…
    Manche Aktionen mag ich sehr, z.B. am Vorlesetag mich zur Abholzeit noch mit Kaffee und Plätzchen (die der Kindergarten gestellt hat!!!) mit meinem Sohn noch gemütlich hinzusetzen, zu lesen und zu verweilen. Auch zur Weihnachtsaufführung des Kindergartens in die Kirche werde ich gehen, wenn der Sohn das will (letztes Jahr hatte er dann doch keine Lust mehr…*ggg*)… aber alles muss nicht sein und zum Glück ist es jetzt im Kindergarten noch nicht so viel, bin mal gespannt wie es dann irgendwann bei uns in der Schule weitergehen wird 🙂

    Liebe Grüße und trotzdem noch eine schöne Adventszeit,
    Sabrina

    1. Hallo Sabrina und danke für den Einblick. Mal schauen, ob wir auch Geschenke für unsere Arbeit, gleich welcher Natur, bekommen. Ich befürchte allerdings das schlimmste. Liebe Grüße Caren

  12. Hallo, ich habe mich gerade herrlich amüsiert. Meine Töchter sind zwar mittlerweile schon im Studium, aber ich erinnere mich sehr gut an die vollgepackte Weihnachtszeit. Ich habe damals schon nicht verstanden, warum alle Eltern Standdienst auf dem Weihnachtsmarktstand der Schule machen mussten, aber keine einzige Lehrerin. Auch Plätzchen und Kuchen zum Verkauf stammten ausschließlich von den Eltern. Auf höfliche Nachfrage, ob die Klassenlehrerin wenigstens einen einfachen Rührkuchen beisteuern kann, kam die Antwort „das sei nicht üblich“. Und die vielen Umschläge mit Bitte um Eintrittsgelder kenne ich auch nur zu gut. Sehr oft haben wir morgens noch das letzte Kleingeld zusammengekratzt, weil es der Tochter erst in der Früh eingefallen ist, das heute Abgabetag ist. Und natürlich sollte das Geld auf jeden Fall immer „passend“ mitgegeben werden.
    Ich würde gerne Mut zusprechen, aber – falls es eines Tages mit der Uni weitergehen sollte – zieht euch warm an. Da sind zwar keine „Pflicht-Pädagogik-Weihnachtsveranstaltungen“ mehr, aber was den Studenten teilweise zugemutet wird, geht auf keine Kuhhaut. Schule ist total harmlos dagegen!
    Insofern, schnapp dir ’nen Glühwein und arbeite an einem guten Nervensystem! Das brauchen wir Mütter noch sehr, sehr lange!
    LG Eva

    1. Hahaha, danke liebe Eva, ohja, „passend“ muss das Geld auf jeden Fall sein. Bei uns werden sogar zum Fasching-schmücken Eltern rekrutiert. Als könnten Lehrerin und Schüler nicht ein paar Girlanden aufhängen. Gehts noch? Naja, da kommt wohl noch was auf uns zu, aber beim Glühwein bin ich dabei! Liebe Grüße Caren

  13. Liebe Caren,
    ein schöner, erfrischender und wie immer ehrlicher Bericht. Danke dafür!
    Wir haben ja das große Glück ( nicht ), dass unsere 3 Jungs auf 3 verschiedene Schulen gehen und jede Schule ist der Meinung, die Adventszeit gepachtet zu haben.
    Beim Lütten ist seit Wochen schon jeden Freitag Schlittschuhlaufen *Bitte eintragen, dass man jeden Freitag die Klasse begleiten kann!*
    Heute Adventskaffe ebenfalls beim Lütten, nächsten Freitag beim Mittleren, die Woche drauf beim Großen. Beim Großen Mittwoch 11.00Uhr Adventskaffee nur für die Mütter und die Klasse. Unser Junior erklärt, dass das zeitlich echt schlecht ist. Antwort *Deine Mutter wird sich ja wohl 1/2 Stunde Zeit für dich nehmen können* Retourkutsche meines zum Glück genauso schlagfertig sarkastischen wie seine Mutter, Sohnes *Oh das tut mir leid, ich habe nur ein Kontingent von 100, 1/2 Stunden jeden Monat und das ist leider bereits aufgebraucht!* Eintrag im Mitteilungsheft mit deinen Worten *Lief schon mal besser!* 😉
    Gefühlte 1000 Briefe landeten die letzten Wochen im Altpapier, mein Kalender quillt über mit *Terminen* die ich absagen darf und die *Bitte geben Sie Ihrem Kind Betrag X mit* Umschläge liegen stapelweise im Jackenregal *Kids bedient euch einfach, sind sortiert nach 5, 7,50 und 10,-Euro*
    Frau Stech! Sie waren gar nicht beim Plätzchen-Back Nachmittag! *Nein war ich nicht, wir haben selbst Strom daheim und sogar einen Backofen! Und ich backe lieber mit allen meinen Kindern, statt mit einer Horde wildfremder Pubertierender vorgekneteten Teig von Mutter XY zu verarbeiten und am Ende für meine eigenen Plätzchen noch Geld zu zahlen!*
    Danke Nein!
    Wir haben uns schon vergangenes Jahr aus diesem Kreislauf verabschiedet. Zwar sind wir nun auch zur Adventszeit die Querschläger und ganz fürchterlich desinteressierte Eltern … ABER wir sind damit alle sehr glücklich.

    Hab einen schönen Tag du Liebe!
    Grüßchen *Frini*

    1. Hallo Frini, ich wills kurz machen: mit DIR will ich auch nicht tauschen. Deine Idee, einfach vorkonfektionierte Geldumschläge in den Ausgangsbereich zu platzieren finde ich allerdings ziemlich genial! Ganz liebe Grüße Caren

  14. Ich kann mich auch nicht dran erinnern, dass es sowas zu meiner eigenen Schulzeit gab. Allerdings bei meinen beiden Großen schon, und da habe ich pflichtbewusst bei ALLEM.mitgemacht – und dass obwohl wir Muslime sind und noch nichtmal Weihnachten feiern, aber der Druck der einem seitens Erzieherinnen, Eltern und,Lehrerinnen ist bei uns nochmal höher mitzumachen, denn man möchte ja zuden “guten“ integrierten Muslimen gehören, man wird ja ehschon schief angeguckt…und das gehetze und gelästere mancher Helikoptermamas und Erzieherinnen und Lehrerinnen über die Muslime, die nicht kamen, wardann immer groß a la “habt ihr gesehen, dass arme Kind“, “und dabei wollte es bestimmmmt dabei sein“ usw…

    Seid sie auf der weiterführenden Schule sind, habe ichaber alles einfach konsequent ignoriert und verneint….warum.soll mein november und Dezember voll mit solchen Terminen sein, die keinervon uns leiden kann….lieber spielen wir gemütlich Brettspiele zusammen und trinken tee.

    Und beim Kleinen jetzt werd ich auch immernein ankreuzen….hab ja jetzt mittlerweile ein dickes Fell 🙂

    1. Ach du Schreck. Ja, im pauschalisieren sind wir gut. Ihr macht es genau richtig und ich wünschte mir an unserer Schule mehr Durchmischung. Ja, auch ich mache diesen Zirkus mit, um eine gute Mutter zu sein. Das ist aber leider ein Trugschluss, denn am Ende bin ich so gestresst vom Fremdbestimmt-Sein, dass ich im schlimmsten Fall noch meine Kinder anmeckere. Da lobe ich mir doch gemütliche Spielenachmittage mit Tee und einem fetten Kreuz bei NEIN! Sei lieb gegrüßt! Caren

  15. Ohja, das kenne ich als Mutter von 4 Kindern nur zu gut. Besonders in der Grundschule ist es echt schlimm … letztes Jahr hatte die Klasse meines Sohnes ein kleines Singspiel (15 Minuten) einstudiert und man sollte doch bitte kommen und es ansehen … Mittwoch Vormittag um 11 Uhr … die Lehrerin war total verwundert und enttäuscht dass fast keine Eltern zu dem Stück kamen …
    Ich kenne aber auch die andere Seite: ich arbeite in einer Kita in der es im Advent genau EINE Aktion mit Eltern gibt, eine kurze Andacht in der Kirche mit anschließendem Lichterfest am letzten Kitatag vor den Ferien. Dafür treffen wir uns um 17 Uhr in der Kirche, singen etwas und unser Pfarrer macht das immer nett. 20 nach 5 gehen wir runter zur Kita wo alles mit Lichtern geschmückt ist und trinken Punsch und futtern Spekulatius. Das war’s. Maximal 1 1/2 Stunden und die Eltern müssen nix vorbereiten oder mitbringen. Aber jedes Jahr können wir uns anhören was Kita X, Y und Z alles tolles im Advent machen und anbieten … Wir machen ja nur das Lichterfest. Wir studieren keine Theaterstücke ein, machen kein Adventskaffeetrinken, basteln nicht mit Eltern Adventsdeko, fahren nicht mit der Nikolausbahn, besuchen nicht die Eisbahn und nicht den Weihnachtsmarkt mit den Zwergen. Das ist dann einigen Eltern auch wieder nicht Recht …. Aber wir bleiben dabei. 😉

    1. Das hört sich wirklich erfrischend „normal“ an. Ich wohne wahrscheinlich auch in der falschen area. Hier wollen alle, dass ihre Kinder Astrophysiker oder whatever werden. Macht bitte weiter so! Liebe Grüße Caren

  16. Total schön geschrieben!
    Habe (nur) ein Kind, welches in den Kindergarten geht. Inzwischen kreuze auch ich bewusst vor Weihnachten alles mit „nein“ an 😉 Hier wird aber zum Glück weder nach Teig noch nach Geld verlangt, eher nach Servietten oder Bastelhilfe. Nö, ich boykottiere mit meiner Verneinung die vielen Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit. Muss nicht sein. Wenn mein Kind allerdings einen Auftritt hat, dann komme ich schon.
    Ich bastele auch bewusst keinen Adventskalender selber. Mein Sohn hat auch bei einem gekauften Schokikalender glänzende Augen. Dafür bin ich entspannt und höre mit ihm Weihnachtslieder 🙂
    Viele Grüsse,
    Tatjana

  17. … ich hab total vergessen zu erwähnen, dass ich so mit Adventskalender-Öffnen beschäftigt bin, dass ich eh keine Zeit für irgendwas anderes habe! 😀 😀 😀

  18. Ich musste ja so lachen!!!! 😀 Ich bin selbst kinderlose Lehrerin *g*, denk aber nicht mal im TRAUM daran, so was zu veranstalten, im Gegentum, ich bin im Advent hochbeschäftigt damit, meine EIGENEN Freizeitaktivitäten irgendwie durchzuführen! 😉 Ich hab ja auch noch Freunde (man glaubt es kaum! LEHRER haben ein PRIVATLEBEN???), eigene Interessen (Weihnachtsmärkte, GLÜHWEIN etc.) und bin nicht im geringsten daran interessiert, meine eh schon knappe Freizeit (dank Ganztagsschule) auch noch mit irgendwelchen stressigen Schulactions zu schmälern. Aber ich muss dazu sagen, ich unterrichte (zum Glück, ich würd durchdrehen!) nicht an einer Grundschule. Kenne aber viele Mütter mit Grundschülern und muss zur Ehrenrettung der Schulen sagen, dass es wirklich die Helikoptereltern sind, die eine Action nach der anderen geradezu verlangen, ja, manchen armen Lehrer, der lieber chillen würde (mit GLÜHWEIN) extrem unter Druck setzen, er solle doch noch Weihnachtsmarktstände organisieren, Kuchenverkauf, einen Ausflug, auf den Weihnachtsmarkt (mit ner ganzen Klasse, würd ich gerne mal den entsprechenden Eltern aufhalsen, damit se wissen, wie das ist, mit 30 unerzogenen schreienden Monstern im pubertierenden Alter durch einen Weihnachtsmarkt zu marodieren! DIE wollen das nämlich nicht, die sind froh, wenn die SCHULE so was macht! Denen ist oft ihr zweites Kind schon zu ville!), usw usf. – also ich versteh überhaupt nicht, warum man diese schöne Zeit so zustressen kann. Ich für meinen Teil werde mich am Wochenende mit GLÜHWEIN und FREUNDEN (und keinesfalls Schülern! *g*) zurückziehen und mich freuen, dass ich keine Grundschullehrerin bin. Liebe Grüße, und lass dich nicht stressen, zerreiß die Zettel, trink einen GLÜHWEIN und Prost! 😀 Deine Dani

    1. Du rettest mit deinem Kommentar wirklich meinen Tag – es ist schön, dass ich jetzt weiß, dass es auch solche Lehrerinnen gibt. Interessant auch, wie „die andere Seite“ es sieht. Und ja, ich würde auchc nicht freiwillig mit 30 schreienden Monstern losziehen. Mach bitte, bitte weiter so! Liebe Grüße Caren

  19. Huhu Caren,

    Du machst mir ja gerade Mut. Du weisst ja das bei mir erst alles anfängt. Ab nächstes Jahr kita und so weiter. Hilfe! Ich boykottiere das bestimmt auch. 🙂

    Sei lieb gegrüßt und keep cooling

  20. Das unterschreibe ich zu 100%. Ich habe 3 Kinder und gebe gefühlt jeden Tag 5 Umschläge mit Geld mit und lese 1 Stunde lang Elternbriefe. Aber ich Kreuze unermüdlich „ich kann nicht helfen und ich spende auch nix“ an. Allein schon um meine spärliche Freizeit nicht mit Müttern zu verbringen, die mich in 10 Sekunden in den Wahnsinn treiben mit ihrem „ich hab alles super im Griff und seh dabei auch super aus und du tust mir leid“ Getue. Mut zur Lücke – meine Kinder finden mich. Trotzdem klasse, denn ich bin entspannt.

  21. Dieser Kelch ging an mir vorüber. Aber ich kann dich vollkommen verstehen. Sowas nennt sich Gruppenzwang und sowas habe ich schon immer boykottiert 🙂

    LG von einer gechillten Brigitte

    1. Hey Brigitte, ja, man macht eine zeit lang mit, aber man muss lernen, sich gegen Dinge zu stemmen, die einem misssfallen. Liebe Grüße Caren

  22. Ui, das hast du aber in der heißen Phase der Emotion geschrieben 😉
    Ich hatte solchen Streß nicht als mein Kind (heute 25) noch klein war. Haben die damals nicht soviel Gedöns um Weihnachten gemacht? Mir wäre das jedenfalls auch zu nervig gewesen, und ich hätte mich um die meisten Aktionen erfolgreich gedrückt wie in all den Jahren um den Posten der Elternvertreterin 😉

    Wünsche dir trotzdem eine schöne Vorweihnachtszeit

    Schöne Grüße
    Bettina 🙋

    1. Hallo liebe Bettina, nein, früher gab es das nicht. Ich denke, das ist überwiegend Eltern-getrieben. Sehr richtig, auch ich nehme möglichst keine Ämter mehr an. Liebe Grüße Caren

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